Grüner Stahlbeton
Was vom ehemaligen Munitions- und Sprengstoffwerk in Malchow übrig geblieben ist bleibt im ungefähren. Es ist viel Wald, manchmal auch Gras, über die Sache gewachsen. Geht oder fährt man aber mit offenen Augen durch die Gegend, dann sieht man manch große, in jedem Fall aber zerstörte Überreste. Bei dem hier fotografierten Ort handelt es sich um eine mehrere Meter tiefe Grube, aus der große Stahlbetonplatten, die selbst gerissen und zerstört sind, herausragen. Wie es dazu kommt, dass diese gigantischen Platten von massiver Dicke so vor über 70 Jahren zum Liegen gekommen sind, wird mich wohl noch länger fragen - Fotos vom Werk, wie es im Betrieb war und demnach die Gebäude aussahen, habe ich bis jetzt noch nirgends gesehen.
Was ich aus fotografischer Sicht bemerkenswert finde ist, wieviel grüne - hier rote - Natur an diesem Ort zu einer Jahreszeit erstrahlt! Dabei ist noch lang kein Frühling. Der gesamte Boden ist mit seit dem Herbst herabgefallenem Laub in allen Brauntönen bedeckt. Und doch schimmert an unendlichen vielen Ecken mit Moß bewachsener Beton hervor. So zeugt an diesem braungrauen Ort, mit seinem totem Laub und totem Stein, das Moos davon, dass es hier doch noch Leben gibt.